3. Aberglaube & Schwarze Magie
Interessant war auch, dass viele Menschen auf den Philippinen nicht nur sehr gläubig, sondern auch abergläubisch sind.
Ich wurde schon vor meiner Ankunft auf der kleinen Insel Siquijor darauf hingewiesen, dass dort "Hexer" ihr Unwesen treiben sollen und die Insel ein Zentrum schwarzer Magie sei - allerdings von zwei Uni-Dozenten, die das vor allem als geschicktes Insel-Marketing betrachtet haben.
Auf der Insel selbst habe ich nicht viel vom bunten Spuk-Treiben mitbekommen. Die Leute waren alle sehr nett, niemand hat mich verhext (glaube ich bis jetzt jedenfalls) oder eine Voodoo-Puppe von mir hergestellt.
Auf meinen Stationen danach aber erntete ich erstaunte Blicke, wenn ich erzählt habe, dass ich schon auf Siquijor war. Jetzt wurden mir, mehrfach und unabhängig voneinander, Geschichten erzählt mit der ernsten Beteuerung, auf der Insel gehe es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu, man müsse sehr aufpassen und man sollte doch lieber nicht da hin fahren. Mal war es der Großvater, der auf die Insel gefahren ist, und danach (irgendwann) gestorben ist - natürlich nur, weil er auf Siquijor war. Oder die Großtante, der es dort sehr schlecht erging, oder, oder, oder...
Es gab sogar eine Person, die behauptet hat, selbst schon einmal von bösen Geistern nachts besucht worden zu sein. Das geschah zwar nicht auf Siquijor, aber die dahinter steckenden Kräfte wären dieselben gewesen!
Ein paar Äußerungen klangen aber durchaus glaubhaft: So meinte die Vermieterin meiner Unterkunft auf Bohol, dass es auf Siquijor teilweise Pflanzen gebe, die als Medizin oder bei Festen eingesetzt werden, deren Wirkung bis heute noch nicht wirklich erforscht sei und die den Körper tatsächlich auf vielfältige Weise beeinflussen können. Ungewünschte Nebenwirkungen natürlich nicht ausgeschlossen....
Ich wurde schon vor meiner Ankunft auf der kleinen Insel Siquijor darauf hingewiesen, dass dort "Hexer" ihr Unwesen treiben sollen und die Insel ein Zentrum schwarzer Magie sei - allerdings von zwei Uni-Dozenten, die das vor allem als geschicktes Insel-Marketing betrachtet haben.
Auf der Insel selbst habe ich nicht viel vom bunten Spuk-Treiben mitbekommen. Die Leute waren alle sehr nett, niemand hat mich verhext (glaube ich bis jetzt jedenfalls) oder eine Voodoo-Puppe von mir hergestellt.
Auf meinen Stationen danach aber erntete ich erstaunte Blicke, wenn ich erzählt habe, dass ich schon auf Siquijor war. Jetzt wurden mir, mehrfach und unabhängig voneinander, Geschichten erzählt mit der ernsten Beteuerung, auf der Insel gehe es tatsächlich nicht mit rechten Dingen zu, man müsse sehr aufpassen und man sollte doch lieber nicht da hin fahren. Mal war es der Großvater, der auf die Insel gefahren ist, und danach (irgendwann) gestorben ist - natürlich nur, weil er auf Siquijor war. Oder die Großtante, der es dort sehr schlecht erging, oder, oder, oder...
Es gab sogar eine Person, die behauptet hat, selbst schon einmal von bösen Geistern nachts besucht worden zu sein. Das geschah zwar nicht auf Siquijor, aber die dahinter steckenden Kräfte wären dieselben gewesen!
Ein paar Äußerungen klangen aber durchaus glaubhaft: So meinte die Vermieterin meiner Unterkunft auf Bohol, dass es auf Siquijor teilweise Pflanzen gebe, die als Medizin oder bei Festen eingesetzt werden, deren Wirkung bis heute noch nicht wirklich erforscht sei und die den Körper tatsächlich auf vielfältige Weise beeinflussen können. Ungewünschte Nebenwirkungen natürlich nicht ausgeschlossen....
4. Verkehr
Meine erste Station auf den Philippinen war Dumaguete. Eine Stadt mit 4 Universitäten und über 100.000 Einwohnern. Neben dem "Weihnachtshaus" wurde mir dort noch stolz von einer weiteren Besonderheit der Stadt erzählt: es gab nicht eine einzige Ampel!
Und das beste war, dass man nicht das Gefühl hatte, eine Ampel würde fehlen oder dem reibungslosen Verkehr guttun. Nein, es ging auch einfach ohne. Kreisverkehre gab es auch nicht nennenswert viele.
Daraufhin habe ich auf meinen nächsten Stationen mal etwas genauer hingeschaut, und siehe da: Weder auf der verhexten Insel Siquijor noch auf Bohol & Panglao ist mir eine Ampel begegnet. Und auf Bohol leben immerhin mehr als 1 Million Menschen!
Erst auf meiner letzten Station nach über 10 Tagen in der Philippinen war es soweit, so dass ich bestätigen kann: Doch, die Ampel ist auch auf den Philippinen bekannt!
Ein paar weitere Eigentümlichkeiten sind die Verkehrsmittel auf den Philippinen. Hier gibt es auch Unterschiede zwischen den Inseln. Je nach Bevölkerungsdichte und Größe der Insel gibt es entweder mehr Tricycles oder Jeepneys als Ersatz für Taxis, Busse & Bahn.
Und das beste war, dass man nicht das Gefühl hatte, eine Ampel würde fehlen oder dem reibungslosen Verkehr guttun. Nein, es ging auch einfach ohne. Kreisverkehre gab es auch nicht nennenswert viele.
Daraufhin habe ich auf meinen nächsten Stationen mal etwas genauer hingeschaut, und siehe da: Weder auf der verhexten Insel Siquijor noch auf Bohol & Panglao ist mir eine Ampel begegnet. Und auf Bohol leben immerhin mehr als 1 Million Menschen!
Erst auf meiner letzten Station nach über 10 Tagen in der Philippinen war es soweit, so dass ich bestätigen kann: Doch, die Ampel ist auch auf den Philippinen bekannt!
Ein paar weitere Eigentümlichkeiten sind die Verkehrsmittel auf den Philippinen. Hier gibt es auch Unterschiede zwischen den Inseln. Je nach Bevölkerungsdichte und Größe der Insel gibt es entweder mehr Tricycles oder Jeepneys als Ersatz für Taxis, Busse & Bahn.
Was ist ein Tricycle?
Im Prinzip ganz einfach: ein Roller oder Motorrad mit einem seitlich angehängten Beiwagen, in dem sich Passagiere platzieren können, die auf einem dritten Rad mit befördert werden. Eine einfache Fahrt von 2-3 km kostet so ungefähr 20 Cent.
![]() |
| Hier ein Blick aus dem "Inneren" eines Trikes... |
![]() |
| ... und noch ein Blick von außen |
Was ist ein Jeepney?
Das ist die Großstadtvariante des Tricycles: ein aufgemotzter Jeep, der in die Länge gezogen und individuell mit aufwendigen, bunten Lackierungen bemalt wurde. Wahlweise weist die Lackierung auf eine lokale Firma, die Lieblingsband des Besitzers oder die Worte Gottes hin.
Diese Gefährte sieht man an jeder Ecke. Öffentliche Busse hingegen: Fehlanzeige!
5. Eine Schiffsfahrt, die ist lustig...
Zu einem anderen Verkehrsmittel muss ich noch etwas mehr schreiben: Die Fähre!
Klar, bei einem Inselstaat mit mehr als 7000 Inseln ist das Schiff fast ein Alltagstransportmittel. Zwischen den Inseln habe ich mich genauso mit Fähren bewegt.
In meiner Vorstellung hatte ich mir vorab ausgemalt, dass die 1 bis 3 stündigen Fahrten wie ein Ausflugsdampfer ganz idyllisch von statten gehen. Das sollte sich jedoch als etwas naiv heraus stellen. Für die erste Überfahrt bin ich einfach zum Hafen gefahren, habe jemanden gefragt, wo ich ein Ticket kaufen kann und bin zum entsprechenden Schalter gegangen. In dem Moment war mir leider nicht klar, dass es mehrere "Dienstleister" gibt, die sich deutlich voneinander unterscheiden...
Also buchte ich mich - noch in gutem Glauben - auf einem Boot ein, das, mich würde es jedenfalls nicht wundern, in grauer Vorzeit sicherlich mal zur Sklavenverschiffung genutzt wurde. Man nahm Platz im tiefen Bug des Schiffes auf Holzplanken, dazu wurden noch allerlei Frachtgüter mit hinein geworfen: eine Palette mit Salatköpfen, Weihnachtsgeschenkelieferungen, allerlei andere Lebensmittel usw....
Kurz vor Fahrtbeginn setzte sich jemand direkt neben mich, der auffällig viel Schweiß auf der Stirn hatte. Da hatte ich schon eine böse Vorahnung. Und tatsächlich: keine 2 Minuten, nach denen wir abgelegt hatten, ging es los - die erste Ladung Mageninhalt kam aus meinem Nachbarn heraus. Da wir ganz vorne saßen, spuckte er wenigstens niemandem in den Nacken, sondern nur auf und zwischen all die Cargo-Fracht oder auch auf sich selbst. Danach ging es alle paar Minuten genauso weiter. Er schien gut gefrühstückt und ausgiebig getrunken zu haben, bei der Menge, die ich zu Gesicht bekam und die auch meiner Nase nicht entging. Schön war der Anblick, ob auf den Boden, sein T-Shirt oder sein Gesicht definitiv nicht... Lange habe ich ihn aber nicht angeschaut, denn der Wellengang war so stark und das Boot so unruhig, dass ich meinen Blick fast durchgängig nach draußen auf die Wellen und den Horizont gerichtet hatte, damit mir dasselbe Schicksal entgeht. Das ist auch geglückt, war aber nicht ganz einfach: Wegen der hohen Wellen wurden nämlich alle Fenster an Bord mit Holzplanken verschlossen, nur ein kleines Fenster blieb offen. Das war glücklicherweise ungefähr auf meiner Höhe und in Sichtweite.
Während somit ca. 100 Leute unten in diesem Schiff im Dunkeln der Dinge harrten, hörte man ab und zu noch ein paar andere Geräusche, die nur eines bedeuten konnten. Kurze Blicke nach hinten bestätigten den Verdacht. Beim Ausstieg von Bord durch die Hintertür nach letztendlich 1:15 Stunde Fahrtzeit wurde das Ausmaß der menschlichen Kollateralschäden deutlich: Mein Nachbar war sicherlich kein Einzel-, wenn auch trotzdem ein Extremfall. Geschätzt jeder zweite auf dem Schiff hat sich am Ende übergeben gehabt, wobei ich die Strategie der Filipinos, die Augen zu schließen, auch nicht verstanden habe... Trotz der vielen Inseln scheinen sie nicht für das Meer gemacht zu sein! (später dazu noch mehr)
Meine anderen beiden Fähren-Erlebnisse waren dann meiner ursprünglichen Vorstellung zum Glück deutlich näher: ein Vergleich wie Tag und Nacht, 5 Sterne gegen Sklavenboot!
Nicht nur war das Schiff fast doppelt so schnell, man konnte sich auch schön auf dem Deck an der frischen Luft hinsetzen, den Ausblick genießen, und zum Schluss sogar einen tollen Sonnenuntergang sehen:
Klar, bei einem Inselstaat mit mehr als 7000 Inseln ist das Schiff fast ein Alltagstransportmittel. Zwischen den Inseln habe ich mich genauso mit Fähren bewegt.
In meiner Vorstellung hatte ich mir vorab ausgemalt, dass die 1 bis 3 stündigen Fahrten wie ein Ausflugsdampfer ganz idyllisch von statten gehen. Das sollte sich jedoch als etwas naiv heraus stellen. Für die erste Überfahrt bin ich einfach zum Hafen gefahren, habe jemanden gefragt, wo ich ein Ticket kaufen kann und bin zum entsprechenden Schalter gegangen. In dem Moment war mir leider nicht klar, dass es mehrere "Dienstleister" gibt, die sich deutlich voneinander unterscheiden...
Also buchte ich mich - noch in gutem Glauben - auf einem Boot ein, das, mich würde es jedenfalls nicht wundern, in grauer Vorzeit sicherlich mal zur Sklavenverschiffung genutzt wurde. Man nahm Platz im tiefen Bug des Schiffes auf Holzplanken, dazu wurden noch allerlei Frachtgüter mit hinein geworfen: eine Palette mit Salatköpfen, Weihnachtsgeschenkelieferungen, allerlei andere Lebensmittel usw....
Kurz vor Fahrtbeginn setzte sich jemand direkt neben mich, der auffällig viel Schweiß auf der Stirn hatte. Da hatte ich schon eine böse Vorahnung. Und tatsächlich: keine 2 Minuten, nach denen wir abgelegt hatten, ging es los - die erste Ladung Mageninhalt kam aus meinem Nachbarn heraus. Da wir ganz vorne saßen, spuckte er wenigstens niemandem in den Nacken, sondern nur auf und zwischen all die Cargo-Fracht oder auch auf sich selbst. Danach ging es alle paar Minuten genauso weiter. Er schien gut gefrühstückt und ausgiebig getrunken zu haben, bei der Menge, die ich zu Gesicht bekam und die auch meiner Nase nicht entging. Schön war der Anblick, ob auf den Boden, sein T-Shirt oder sein Gesicht definitiv nicht... Lange habe ich ihn aber nicht angeschaut, denn der Wellengang war so stark und das Boot so unruhig, dass ich meinen Blick fast durchgängig nach draußen auf die Wellen und den Horizont gerichtet hatte, damit mir dasselbe Schicksal entgeht. Das ist auch geglückt, war aber nicht ganz einfach: Wegen der hohen Wellen wurden nämlich alle Fenster an Bord mit Holzplanken verschlossen, nur ein kleines Fenster blieb offen. Das war glücklicherweise ungefähr auf meiner Höhe und in Sichtweite.
Während somit ca. 100 Leute unten in diesem Schiff im Dunkeln der Dinge harrten, hörte man ab und zu noch ein paar andere Geräusche, die nur eines bedeuten konnten. Kurze Blicke nach hinten bestätigten den Verdacht. Beim Ausstieg von Bord durch die Hintertür nach letztendlich 1:15 Stunde Fahrtzeit wurde das Ausmaß der menschlichen Kollateralschäden deutlich: Mein Nachbar war sicherlich kein Einzel-, wenn auch trotzdem ein Extremfall. Geschätzt jeder zweite auf dem Schiff hat sich am Ende übergeben gehabt, wobei ich die Strategie der Filipinos, die Augen zu schließen, auch nicht verstanden habe... Trotz der vielen Inseln scheinen sie nicht für das Meer gemacht zu sein! (später dazu noch mehr)
Meine anderen beiden Fähren-Erlebnisse waren dann meiner ursprünglichen Vorstellung zum Glück deutlich näher: ein Vergleich wie Tag und Nacht, 5 Sterne gegen Sklavenboot!
Nicht nur war das Schiff fast doppelt so schnell, man konnte sich auch schön auf dem Deck an der frischen Luft hinsetzen, den Ausblick genießen, und zum Schluss sogar einen tollen Sonnenuntergang sehen:






Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen